Wehgeschrei nach mißglückter Landratswahl
Das Hickhack um die Landratswahl in der Uckermark geht weiter und die Öffentlichkeit hat den Schuldigen bereits ausgemacht. Das Wahlverhalten der Schwedter (nur knapp über 10 Prozent gingen zur Wahl) sei der Grund, warum dem bisherigen Kandidaten Schmitz letztendlich nur knapp 400 Stimmen für eine Wiederwahl gefehlt hätten. Die Parteien grübeln über ihr weiteres Vorgehen (siehe MOZ).
Grundsätzlich ist aus meiner Sicht nie ein Wähler oder Nichtwähler Schuld an einer niedrigen Wahlbeteiligung, sondern die übermittelte Kompetenz und Führungsqualität der aufgestellten Kandidaten und auch ein zu überdenkendes Wahlverfahren mit Mindeststimmen. Sind notwendige Prozentsätze im 1. Wahlgang noch gerade so zu akzeptieren, so haben diese in einem 2. Wahlgang nichts zu suchen.
Aus Schwedter Sicht muß man sich ja richtig veralbert vorkommen, erst arbeitet Schmitz gegen die Kommune (siehe nicht erfolgte Kostenbeteiligung an der Musik- & Kunstschule, Abzug der KFZ-Meldestelle) und will sich dann auch noch ohne größeren Wahleinsatz von deren Bürgern wählen lassen. Da stellt sich einem die Frage: Will der denn überhaupt gewählt werden ? Für mich selber sind das eher Anzeichen von fehlender geistiger Beweglichkeit oder Selbstüberschätzung. Beides eines Landrates nicht würdig. Insofern kann ich die fehlenden 400 Stimmen zur Wiederwahl seiner Person nur als folgerichtig bezeichnen und begrüßen. Schmitz war ein Landrat ohne Charisma und mit einem laschen Führungsstil. Erinnert sei nur an das Theater um die Besetzungen verschiedener Ressorts (z.B. im Sozialamt) und seine nachweislichen Lügen über die Arbeit des Grundsicherungsamtes im Jahre 2005. Nichts davon hat der Wähler vergessen.
Sein Konkurrent Resch dagegen machte den kompetentesten Eindruck aller Angetretenen, dachte aber auch, daß er mit wenigen Auftritten die Bürger auf seine Seite ziehen könnte. Seine Vergangenheit als “Grüner” ist ihm hier wahrscheinlich schwer auf die Füße gefallen. Die Streitereien um einen Nationalpark in der Schwedter Regionen sind ebenfalls nicht vergessen. Da helfen auch keine Unterstützungsanzeigen von regional bekannten Umwelthardlinern. Eher im Gegenteil. Und einfache Phrasendrescherei in der Form, ich setze mich für dieses oder jenes ein, ist morgen schon Geschwätz von gestern. Arbeitsplätze wollen alle schaffen. Bei den überdimensionierten Windkraftanlagen reden alle, inkl. Resch, um den heißen Brei. Da muß sich der Wähler nur noch für eines entscheiden - wähle ich oder wähle ich nicht.
Keiner der beiden parteilosen Kandidaten zeigte Mut, mißliebige Themen bei seiner Wahl direkt in Angriff zu nehmen. Somit fehlen Herz, Verständnis, Beweglichkeit und Kompetenz für die Durchsetzung des Bürgerwillen der da besagt: keine Windräder mehr, Naturschutz nur in Einverständnis mit dem Menschen, Zusammenführen der Uckermark u.s.w.. Und mit dem plötzlichen Auftauchen aus der Versenkung (so zumindest der Eindruck in der Schwedter Region), wie bei Herrn Resch, ist es nicht getan.
Die Stadt Schwedt mußte sich nach 1990 bisher von 2 Landräten aus der Westuckermark vorführen lassen. Gleiches verhießen die Stichwahlkandidaten und daher ist die Nichtbeteiligung an dieser Wahl plausibel erklärbar. Außerdem ist bei der jetzigen Situation im Landkreis die Versuchung groß, daß die Parteien einen parteilosen Landrat am “ausgestreckten Arm verhungern lassen”.
Warum punkten die Kandidaten denn nur in ihrem näheren Umfeld ? Weil sie es nicht verstanden haben, ihr Profil auf die gesamte Uckermark zu übertragen. Leidtragende war bisher die Region Angermünde/Schwedt, die absichtlich demontiert wurde.
Über die Parteien und deren Kandidaten, sowie das Verhalten vor der Landratswahl decke ich lieber den Mantel des Schweigens.
(DS)
4 Comments so far
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Da kann ich nur hoffen und wünschen, dass sich der künftige Landrat mehr für die Schwedter Interessen einsetzt. allerdings habe ich da meine Zweifel.
Joachim
Den Parteien schein jedenfalls der “Ar… aufs Grundeis” zu gehen. Sehen Sie doch, daß Ihr Verhalten durchaus auch noch später unangenehme Folgen haben kann. Und ich hoffe nicht, daß es irgendeiner wagt, erneut seinen Kandidaten ins Spiel zu bringen. Aber wenn man solche “Politdeppen” wie CDU-Wichmann sieht, muß man wohl anderes befürchten. Und ich hoffe dann, daß dies die Uckermärker bis zur nächsten Wahl nicht vergessen werden und es dann entsprechend “zurück zahlen”.
Na wenigstens verzichten die 2 “Pappnasen” der CDU und SPD auf eine erneute Kandidatur.
Wenn es nicht so traurig und kennzeichnend für unsere Scheindemokratie wäre, man müßte man über so viel Dummheit bei Parteien und Kreistag lachen.
Und schon hat 1 “Pappnase” der CDU ein Postenangebot vom Landrat.